Auf unserer 10-tägigen Reise durch Island sind wir auf dem Rückweg von Akureyri (<- Islands wunderschöner zweitgrößter Stadt im Norden am Hafen, von wo aus man mit dem Schiff rausfahren kann, um echte riesige Wale tauchen zu sehen!) zum Geothermalgebiet Hverir gefahren, östlich vom See Mývatn. Und was wir dort gesehen haben, hätte sich kein Hollywood-Traumkulissenspezialist eindrucksvoller ausdenken können: unendlich weite Landschaften in so vielen Formen und Farben, Rot, Gelb, Braun, Grau, Blau – dazu hohe Berge und tiefe Erdspalten, vulkanische Aktivität, blubbernde graue Schlammlöcher und Rauch: Rauch, der einfach aus der Erde strömt, die ganze Zeit.

Wenn man zum ersten Mal in seinem Leben im Solfatarenfeld Hverir steht, kann man gar nicht glauben, was man vor sich hat. Die Landschaft ist so surreal, dass man sich vorkommt wie auf dem Mond! Oder auf dem Mars – zumindest auf einem außerirdischen Planet, so unwirklich und unvergleichlich schön ist es. Aber auch der Geruch dort ist nicht von dieser Welt (Schwefel, wohin man die Nase reckt – aber soweit ich weiss gesundheitlich unbedenklich) und weht einem schon auf dem Hinweg im Auto in die Nase – aber was man zu sehen bekommt macht definitiv wett, was man zu riechen bekommt. Manche sagen sogar, dass man den Teufel riechen kann, weil der stinkige Dampf von tief unter der Erde kommt. Des Teufels Mundgeruch? Oder doch nur Wasser, was auf flüssiges heisses Lava trifft und als Dampf nach oben steigt?

Für die erste Version spricht immerhin, dass Hverir unweit vom Lavagebiet Dimmuborgir liegt, den mystischen “Dunklen Bergen”, auch bekannt als die Heimat der Trolle und Elfen, an die Isländer ganz fest glauben. Die Landschaft sieht so unheimlich aus, dass hier nicht nur Teile von “Herr der Ringe” gedreht wurden, es gibt sogar eine Mtalband, die “Dimmu Borgir” heisst.

Wie kommt man nach Hverir?

Wenn ihr vom Mývatn-See über  Dimmuborgir in Richtung Reykjahlíð fahrt, seht ihr den Námaskarð-Weg und schon von weitem Dampf aufsteigen: Willkommen in Hverir. Ein Besuch lohnt sich mehr als zu allen Kirchen und Rathäusern auf der ganzen Welt zusammen. Und wenn ihr schon mal in der Gegend seid, solltet ihr auf keinen Fall Islands größten Wasserfall Dettifoss verpassen, der ist nur 1 Stunde Autofahrt entfernt.